Ulster bei Schleid (FGG Weser)

Ulster bei Schleid (FGG Weser)

Im Bewirtschaftungsplan 2015 bis 2121 – Salz wurden für alle durch Salzabwasser belasteten Wasserkörper die Bewirtschaftungsziele auf der Basis der Beurteilung der Maßnahmenkombinationen abgeleitet und für deren Erreichung zeitlich gestaffelte Zielwerte für die Pegel Gerstungen (Werra) und Boffzen (Weser) festgelegt.

Aufgrund der intensiven Nutzung der Gewässer durch den Menschen im Zusammenhang mit der Kaliproduktion im Werragebiet in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart ist es nicht möglich, dass der nach EG-WRRL geforderte "gute Zustand/Potential" überall erreicht wird. Dem hat die EG-WRRL u. a. dadurch Rechnung getragen, dass sowohl die Frist zur Erreichung des guten Zustands/Potentials verlängert werden kann oder auch von der Erreichung des guten Zustands/Potentials Ausnahmen gemacht werden können.

Die Festsetzung der Bewirtschaftungsziele und Ausnahmen bzgl. Salzeinleitungen konnte auf folgende Punkte konzentriert werden:

  • Betrachtung des ökologischen Zustands/Potentials der Oberflächenwasserkörper und des chemischen Zustands der Grundwasserkörper
  • Fristverlängerungen oder weniger strenge Bewirtschaftungsziele

Da die zu betrachtenden Einleitungen von Salzabwässern planmäßig erfolgen und durch wasserrechtliche Genehmigungen geregelt sind und es sich bei dem seit ca. 100 Jahren in der Flussgebietseinheit Weser stattfindenden Kalibergbau nicht um eine neue Änderung handelt, waren die beiden Ausnahmemöglichkeiten "Vorübergehende Verschlechterung" und "Neue Änderungen" bzgl. der Ableitung der Bewirtschaftungsziele bzgl. der genehmigten Salzeinleitungen nicht weiter zu prüfen.

So werden für die Oberflächenwasserkörper der Weser Fristverlängerungen (aufgrund der notwendigen Zeiträume für die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen) und für die Oberflächenwasserkörper der Werra weniger strenge Bewirtschaftungsziele (aufgrund der geogenen Salzbelastung und der diffusen Eintritte von Salzwässern aus der Versenkung) festgelegt.

Für die salzbelasteten Grundwasserkörper werden aufgrund der Belastungen durch die langjährigen Versenktätigkeiten, die auch nach Einstellung der Versenkung nur sehr langsam zurückgehen werden, weniger strenge Bewirtschaftungsziele festgelegt. Eine Aussage zum bestmöglichen Zustand ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht zuverlässig möglich. Verbesserungen werden sich durch die Einstellung der Versenkung ergeben, deren Auswirkungen in den nächsten Jahren zu quantifizieren sind.