Zeitstrahl (FGG Weser)

Zeitstrahl (FGG Weser)

Seit gut 100 Jahren wird im Wesereinzugsgebiet Salz zur Herstellung von Pflanzendüngestoffen abgebaut. Die Produktionsgebiete liegen an der Fulda bei Neuhof, im hessisch-thüringischen Werragebiet und im niedersächsischen Aller-Leine-Gebiet. Dabei fallen in hohem Maße feste und flüssige salzhaltige Abfälle an, weil nur ein Teil des gewonnenen Materials als Wertstoff verwendet werden kann. Daher werden zum einen große Mengen von Salzabwässern in die Flüsse eingeleitet und schränken die Entwicklung einer gewässertypischen Tier- und Pflanzenwelt erheblich ein. Zum anderen werden Salzabwässer in Hessen derzeit noch im tieferen Untergrund verpresst. Die Belastung der Weser mit Salz ist hauptsächlich der Kaliindustrie zuzuschreiben. Salzeinleitungen aus anderen Produktionsprozessen, häuslichen Abwässern oder aus der Fläche (z. B. Streusalz) spielen eine untergeordnete Rolle.

Bereits im Vorfeld der Aufstellung des Bewirtschaftungsplans und Maßnahmenprogramms 2009 wurden zahlreiche Aktivitäten eingeleitet, um möglichst zeitnah ein wirksames Maßnahmenpaket zur Verringerung der Salzbelastung zusammenzustellen, abzustimmen und zur Umsetzung zu bringen. Aufgrund erheblicher Unsicherheiten konnten jedoch noch keine konkreten Maßnahmen benannt werden. Mit dem Maßnahmenprogramm Salz 2015 bis 2021 wurde als Produkt der engen fachlichen und umweltpolitischen Zusammenarbeit der sieben Anrainerländer eine Maßnahmenkombination unter dem Namen "Masterplan Salzreduzierung" festgelegt, mit der die Einhaltung vorgegebener Zielwerte im Oberflächengewässer gesichert sowie die Einhaltung des Verschlechterungsverbotes im Grund- und Oberflächengewässer gewährleistet wird und eine nachteilige Veränderung der Beschaffenheit des Grundwassers nicht gegeben ist.