Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (FGG Weser)

Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
(FGG Weser)

Abwassereinleitung (FGG Weser)

Abwassereinleitung (FGG Weser)

Die Zahl der Schadstoffe, die von der chemischen Industrie für die unterschiedlichsten Zwecke hergestellt werden oder die in verschiedensten Prozessen entstehen, ist unübersehbar groß. Es gibt natürliche und synthetische, anorganische und organische Schadstoffe. Entsprechend groß sind auch ihre Vorkommen in der aquatischen Umwelt, da diese Schadstoffe über den Eintrag aus Produktionsabwässern oder die Luft oder durch unsachgemäßen landwirtschaftlichen Umgang in die Gewässer gelangen können.

Mit Einführung der Oberflächengewässerverordnung 2011 und durch die Auswertung der Monitoringdaten auf der Basis europaweit gültiger Umweltqualitätsnormen sind die prioritären Stoffe verstärkt in den Fokus der überregionalen Betrachtung gelangt. Dabei werden Quecksilber, bromierte Phenylether und polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) als ubiquitäre Stoffe, und somit auch für die Flussgebietseinheit Weser relevant, klassifiziert. Daneben spielen die sogenannten flussgebietsspezifischen Stoffe der Oberflächengewässerordnung in der Flussgebietseinheit Weser nur eine untergeordnete Rolle. Überschreitungen der UQN gibt es nur regional, wie z. B. Belastungen mit Pflanzenschutzmitteln in kleineren Nebengewässern. Somit werden die flussgebietsspezifischen Schadstoffe nicht als wichtige Frage der Gewässerbewirtschaftung angesehen, und flussgebietsweite Strategien sind hier nicht erforderlich. Soweit dies notwendig ist, müssen jedoch lokale Maßnahmen ergriffen werden.

Es bleibt zu erwähnen, dass die Gruppe der Arzneimittelstoffe, die immer mehr in den Fokus der Gewässerbelastungen rücken, bisher weder in der Liste der prioritären noch der flussgebietsspezifischen Stoffe berücksichtigt werden. Mit der revidierten Richtlinie 2013/39/EU sind der Arzneimittelwirkstoff Diclofenac sowie zwei Östrogene aber europaweit auf eine Beobachtungsliste gesetzt und stehen somit in der Prüfung als prioritäre Stoffe.

Auch Pflanzenschutzmittel gelangen immer mehr in den Blick der Öffentlichkeit. So zeigt z. B. der Themenbericht Pflanzenschutzmittel - Wirkstoffe und Metaboliten im Grundwasser - Datenauswertung 1989 bis 2013 (Band 23) (NLWKN, 2015), dass in fast der Hälfte aller Messstellen die Wirkstoffe von Pflanzenschutzmitteln bzw. deren Metaboliten gefunden wurden. Dabei wurden in 12 % der Messstellen Wirkstoffe nachgewiesen. Außerdem belegen die Ergebnisse, dass auch Wirkstoffe im Grundwasser vorhanden sind, die seit vielen Jahren nicht mehr zugelassen sind. Diese Ergebnisse zeigen eindeutig, dass die Pflanzenschutzmittel weiter intensiv beobachtet werden müssen.