Strukturreiches Ufer der Werra (FGG Weser)

Strukturreiches Ufer der Werra
(FGG Weser)

Gewässerstrukturgütekarte Weser (FGG Weser, 2000)

Gewässerstrukturgütekarte Weser
(FGG Weser, 2000)

Die Qualitätskomponente Gewässerstruktur umfasst bei Fließgewässern die Strukturen des Gewässerbettes, des Ufers und des angrenzenden Umlands. Die Gewässerstruktur ist ein wichtiges Maß für die ökologische Funktionsfähigkeit eines Fließgewässers, da sie die Lebensräume der Organismen bildet und anzeigt, welches eigendynamische Entwicklungspotential das Gewässer besitzt.

Die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) hat zwei Verfahrensempfehlungen für unterschiedliche Ziele und Maßstabsebenen entwickelt, das Vorortverfahren, bei dem die Gewässerstruktur unmittelbar am Gewässer erhoben wird, und das Übersichtsverfahren, bei dem die Beurteilung wesentlicher Merkmale überwiegend über Luftbilder und Karten erfolgt. Die beiden Verfahren werden inzwischen von allen Bundesländern, teilweise mit Modifikationen und Ergänzungen, angewendet.

Vergleichbar mit den Bewertungsverfahren für die biologischen Qualitätskomponenten handelt es sich bei der Bewertung der Gewässerstrukturgüte um ein Leitbild orientiertes Verfahren. Nach dem Grad der Abweichung des Ist-Zustandes der Gewässerstruktur vom potentiell natürlichen Zustand des jeweiligen Gewässertyps erfolgt eine Einstufung in 7 Strukturgüteklassen von Güteklasse 1 unverändert/naturnah bis Güteklasse 7 vollständig verändert/übermäßig geschädigt.

Ergebnisse der Strukturkartierungen der Bundesländer für das gesamte Wesereinzugsgebiet sind in der Gewässerstrukturkarte Weser 2000 veröffentlicht. Als Bundeswasserstraße unterliegt die Weser intensiven Ausbau- und Unterhaltungsmaßnahmen, so dass für den gesamten Fluss die Strukturen als merklich oder stark geschädigt eingestuft wurden (Güteklasse 5 und 6). In einigen Abschnitten, vor allem Ortslagen, wurde die Auedynamik als übermäßig geschädigt bewertet. Der obere Lauf der Werra weist noch bedingt naturnahe Gewässerabschnitte auf (Güteklasse 2). Im unteren Bereich dominieren die Strukturgüteklassen 5 bis 7 (merklich bis übermäßig geschädigt). Auch an der Fulda wurden im Oberlauf einige naturnahe Abschnitte festgestellt. Es überwiegen im weiteren Verlauf des Gewässers die Güteklassen 4 bis 6 (deutlich beeinträchtigt bis merklich geschädigt).

Die Gewässerstrukturgütedaten wurden im Rahmen der Bestandsaufnahme 2013 aktualisiert und sind über die Kartenserver der Bundesländer verfügbar.