Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten in der Flussgebietseinheit Weser

Beispiel einer Hochwassergefahrenkarte (Bezirksregierung Detmold, 2012)

Beispiel einer Hochwassergefahrenkarte
(Bezirksregierung Detmold, 2012)

In den Hochwassergefahrenkarten ist das Ausmaß der Überflutung von ausgewählten Hochwasserereignissen in den betroffenen Bereichen kartografisch dargestellt. Sie enthalten neben einer topografischen Karte Angaben zu Wassertiefen sowie gegebenenfalls Wasserständen. Weiterhin werden, sofern es für notwendig erachtet wird, Fließgeschwindigkeiten dargestellt.

Die Darstellung erfolgt dabei ausschließlich für die Gewässerabschnitte, für die auf Grundlage der vorläufigen Bewertung (FGG Weser, 2011) ein potentielles signifikantes Hochwasserrisiko besteht oder für wahrscheinlich gehalten wird (=Risikogebiete).

In der Flussgebietseinheit Weser sind diese Karten erstmals 2013 erstellt und die Vorgehensweise für deren Erstellung in einer Informationsbroschüre vorgestellt worden. Nach § 74 Abs. 6 WHG werden die Hochwassergefahrenkarten bis zum 22. Dezember 2019 und danach jeweils alle sechs Jahre überprüft und erforderlichenfalls aktualisiert.

Für die Flussgebietseinheit Weser sind Überflutungen durch hohe Abflüsse im Binnenland und durch in Küstengebiete eindringendes Meerwasser relevant. Dabei werden folgende drei Szenarien von Hochwasserereignissen unterschieden:

  • Hochwasser mit niedriger Wahrscheinlichkeit (=seltenes Ereignis) oder Szenarien für Extremereignisse,
  • Hochwasser mit mittlerer Wahrscheinlichkeit (=mittleres Ereignis) und
  • Hochwasser mit hoher Wahrscheinlichkeit (=häufiges Ereignis).

Für die ausreichend geschützten Küstengebiete der Flussgebietseinheit Weser wurde abweichend von den Festlegungen an den Binnengewässern ausschließlich folgendes Szenario festgelegt:

  • Hochwasser mit niedriger Wahrscheinlichkeit oder Szenarien für Extremereignisse

Für die Ermittlung des Ausmaßes der Überflutung sowie der Wassertiefen und der Fließgeschwindigkeiten der unterschiedlichen Hochwasserereignisse werden computergestützte, hydraulische Simulationsmodelle verwendet. Die dort berechneten Wasserspiegellagen werden mit einem digitalen Geländemodell verschnitten, um die Überflutungsflächen und zu erwartenden Wassertiefen in jedem Geländepunkt zu ermitteln. Je nach Datenlage werden auch Fließgeschwindigkeiten bestimmt.

Die Hochwassergefahrenkarten quantifizieren bzw. präzisieren die in der vorläufigen Bewertung gemachten Aussagen. Dabei wurde für jedes der drei genannten Hochwasserszenarien in der Regel eine separate Hochwassergefahrenkarte erstellt. Zum Teil sind Szenarien aber auch überlagert dokumentiert. Welches Ereignis auf der Karte beschrieben wird, ist auf einem Schriftfeld an der unteren rechten Seite der Zeichenfläche vermerkt, dem jeweiligen Planstempel. Ebenfalls sind dort die für die Planerstellung zuständige Behörde und eine Datumsangabe zum Stand der Karte (Veröffentlichungsdatum) aufgeführt.

Die Wassertiefen sind als abgestufte blaue Flächen gekennzeichnet, die über einer topografischen Karte liegen. Als zusätzliche Information können gelb- bis rotgetönte Flächen Bereiche darstellen, die bei einem Versagen der entsprechenden Hochwasserschutzeinrichtung (z. B. eines Deichs) zusätzlich überflutet wären. Soweit Wasserstände als weitere relevante Information angesehen wurden, wurden sie auch dargestellt. Häufig sind sie an markanten Orten wie Pegelmessstellen als Zahlenangabe zu finden.

Liegen Informationen zu Fließgeschwindigkeiten vor, sind sie als Pfeile dargestellt, deren Spitze in Fließrichtung zeigt. Zum Teil sind Abflüsse als Zahl an zentralen Stellen wie z. B. Pegeln angegeben.