HWRM-Zyklus (LAWA, 2013)

HWRM-Zyklus (LAWA, 2013)

In Deutschland sind unter Berücksichtigung der Bestimmungen aus § 75 Abs. 3 WHG (Artikel 7 Abs. 3 EG-HWRM-RL) folgende grundsätzlichen Ziele für ein nachhaltiges Hochwasserrisikomanagement festgelegt worden:

  • Vermeidung neuer Risiken (im Vorfeld eines Hochwassers) im Hochwasserrisikogebiet
  • Reduktion bestehender Risiken (im Vorfeld eines Hochwassers) im Hochwasserrisikogebiet
  • Reduktion nachteiliger Folgen während eines Hochwassers
  • Reduktion nachteiliger Folgen nach einem Hochwasser

Ausgehend von diesen grundlegenden Zielen erfolgt die weitere Zielfestlegung gemäß dem Subsidiaritätsprinzip auf Ebene der örtlich zuständigen Akteure im Zusammenhang mit der Identifizierung der Maßnahmen. Sie umfassen somit die Aspekte Vermeidung, Schutz, Vorsorge, Wiederherstellung/Regeneration und Überprüfung, wobei jeweils folgende vier Schutzgüter betrachtet werden:

  • die menschliche Gesundheit,
  • die Umwelt,
  • das Kulturerbe und
  • die wirtschaftlichen Tätigkeiten.

Die Ziele des Hochwasserrisikomanagements müssen ganzheitlich und nachhaltig sein. Das zu erreichende Sicherheitsniveau soll ökologisch vertretbar, ökonomisch verhältnismäßig und sozial sowie gesellschaftlich verträglich sein. Auf lange Sicht soll die Sicherheit für Menschen, Bauten, Infrastrukturen und Sachwerten soweit möglich nachhaltig verbessert werden. Darüber hinaus sind der nachhaltige Schutz und die Verbesserung des Naturhaushaltes sowie der Erhalt des nationalen Kulturerbes zu gewährleisten.

Die Festlegung erfolgte aufgrund der Informationen aus der vorläufigen Bewertung des Hochwasserrisikos, aus den Gefahren- und Risikokarten, sowie sonstiger Daten und vorhandenen Untersuchungen, insbesondere vorhandener Hochwasseraktionspläne (HWRM-Pläne) und Hochwasserschutzpläne.

Die Ziele wurden auf Ebene der Bundesländer einzelfallbezogen, auf Basis eines Ist-Ziel-Vergleiches im Hinblick auf die Risikosituation bzw. auf den bisherigen Umgang mit den Hochwasserereignissen konkretisiert.