Für die durch Salz belasteten Wasserkörper kommen nur Fristverlängerungen bzw. weniger strenge Bewirtschaftungsziele in Frage. Bei beiden Regelungen ist eine Voraussetzung, dass der Zustand der Gewässer nicht weiter verschlechtert wird. Fristverlängerungen über 2027 hinaus sind nur aufgrund natürlicher Gegebenheiten möglich. Dafür ist beispielsweise Voraussetzung, dass alle notwendigen Maßnahmen umgesetzt sind und lediglich das Gewässersystem eine gewisse Reaktionszeit braucht, um die Wirkung der Maßnahmen an den Kontrollmessstellen messen zu können. Dieser Ausnahmegrund greift vor allem im Bereich der Grundwassersysteme.

In ihrem CIS-Leitfaden Nr. 20 zu den Ausnahmeregelungen gibt die Europäische Kommission Hinweise zu Nutzung und Dokumentation der Ausnahmen. Hinsichtlich der Begründung zur Festlegung der Fristverlängerung gibt das sog. LAWA-Eckpunktepapier "Gemeinsames Verständnis von Begründungen zu Fristverlängerungen nach § 25c WHG (Art. 4 Abs. 4 EG-WRRL) und Ausnahmen nach § 25d Abs. 1 WHG (Art. 4 Abs. 5 EG-WRRL)" weitere konkretisierende Hinweise, die im Rahmen der Prüfung von Fristverlängerungen herangezogen werden können:

  • Technische Undurchführbarkeit
  • Unverhältnismäßige Kosten
  • Natürliche Gegebenheiten

Die Prüfung (bzgl. Salzeinleitungen) ist für jeden einzelnen durch Salzeinleitungen signifikant belasteten Wasserkörper durchzuführen. Sie führt jedoch nur zu einem vorläufigen Bewirtschaftungsziel, denn unabhängig von der Prüfung der Zielsetzung bzgl. Salzeinleitungen ist die Prüfung der Zielerreichung bzgl. aller anderen signifikanten Belastungen (u. a. punktuelle und diffuse Belastungen (außer Salz), morphologische Belastungen) durchzuführen. Das gesamte Bewirtschaftungsziel für den Wasserkörper kann nur bei Berücksichtigung aller Belastungen ermittelt werden.

So wurden für die Oberflächenwasserkörper der Weser sowie der Salze Fristverlängerungen und für die Oberflächenwasserkörper der Werra weniger strenge Bewirtschaftungsziele festgelegt. Für alle salzbelasteten Grundwasserkörper an Werra und Fulda wurden aufgrund der Belastungen durch die langjährigen Versenktätigkeiten, die auch nach Einstellung der Versenkung nur sehr langsam zurückgehen werden, weniger strenge Bewirtschaftungsziele festgelegt. Es kann nur ein bestmöglicher Zustand erreicht werden, der derzeit aber noch nicht genau quantifiziert werden kann.