Lachs (FGG Weser)

Lachs (FGG Weser)

Jungaale als Besatztiere (FGG Weser)

Jungaale als Besatztiere (FGG Weser)

In den Fließgewässern der Flussgebietseinheit Weser inklusive des Bereichs der Unter- und Außenweser wurden zwischen 1980 und 2005 insgesamt 116 Fisch- und Rundmaularten (Neunaugen) nachgewiesen. Über 50 % dieser Arten gehören zu den marinen Fischarten. 37 Süßwasserarten konnten durch historische Belege als ursprüngliche Fischfauna der Flüsse und Bäche identifiziert werden. Die übrigen 12 Arten traten erst nach 1900 oft vereinzelt auf und gelten daher als Neubesiedler (Neozoen). Zur Charakterisierung der Fischfauna in der Flussgebietseinheit Weser wurde eine Dokumentation der Fisch- und Rundmaularten in der Flussgebietseinheit Weser erstellt (FGG Weser, 2006).

Viele Fischarten benötigen unterschiedliche Lebensräume einer Flusslandschaft als Laich-, Aufwuchs- oder Nahrungsgewässer, die sie über die sogenannten überregional bedeutenden Wanderrouten gezielt aufsuchen. Einige diadrome Arten legen dabei teilweise sehr große Distanzen zurück und verbinden marine Bereiche der Hochsee mit den Laicharealen der Mittelgebirge (z. B. der Lachs). Eine andere bedeutende diadrome Fischart, die als Jungfisch in die Gewässer einwandert und dort ihre Aufwuchsgebiete besiedelt, ist der Aal. Andere Arten verbleiben im Süßwasser, nutzen aber weit auseinander liegende Lebensräume in einem Flusssystem. Zu diesen sogenannten potamodromen Fischarten gehören z. B. die Quappe, die Zährte, die Barbe oder der Aland.

In der Flussgebietseinheit Weser wurden 15 Arten identifiziert, die ursprünglich als diadrome bzw. potamodrome Arten die Weser und ihre Quell- und Nebenflüsse als Laich- und Aufwuchsgewässer besiedelt haben. Von diesen zählen 11 zu den diadromen und 4 zu den potamodromen Arten. Für 14 Wanderfischarten gibt es aktuelle Nachweise. Lediglich vom Atlantischen Stör sind nur historische Vorkommen bekannt. Schon im Jahre 1996 sind zur Wiederansiedlung von Wanderfischen in der Flussgebietseinheit Weser erste Grundsätze in einer Broschüre veröffentlicht worden.

Viele Wanderfischarten unterliegen aufgrund ihrer bedrohten Populationen und ihrer spezifischen Verbreitung dem besonderen Schutz durch die Europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie). Die langfristige Erhaltung und Entwicklung ihrer Populationen in den gemeldeten FFH-Gebieten müssen Laich- und Aufwuchshabitate und die Durchgängigkeit der Wanderrouten mit einbeziehen. Sie erfordern daher ein länderübergreifendes Handeln, welches durch die Umsetzung der EG-WRRL unterstützt wird.