Ammoniumbelastung 2015 (FGG Weser)

Ammoniumbelastung 2015 (FGG Weser)

Ammoniumkonzentration Hemelingen 2015 (FGG Weser)

Ammonium in Hemelingen 2015
(FGG Weser)

Zeitliche Änderungen der NH4-Konzentrationen in der Flussgebietseinheit Weser (FGG Weser)

Zeitliche Änderungen der NH4-
Konzentrationen in der Flussgebiets-
einheit Weser (FGG Weser)

Die Ammoniumbelastung der Fließgewässer durch kommunale Abwassereinleitungen ist in den letzten Jahren durch die Umsetzung der kommunalen Abwasserrichtlinie deutlich zurückgegangen. Gülle und Kunstdünger aus landwirtschaftlichen Anwendungen können jedoch immer noch zu erhöhten Belastungen führen. Ammonium entsteht in der Natur in erster Linie beim Abbau von Proteinen, aber auch bei der bakteriellen Verrottung abgestorbener Biomasse. Im Gewässer wird Ammonium unter Sauerstoffverbrauch bakteriell zuerst zu Nitrit und dann weiter zu Nitrat abgebaut (Selbstreinigung). In der Oberflächengewässerverordnung sind für Ammonium-Stickstoff (NH4-N) gewässertypabhängig Orientierungswerte von 0,1-0,3 mg/l festgelegt. Diese werden nur in Gerstungen (Werra) überschritten.

Die Ammoniumwerte zeigen eine ausgeprägte jahreszeitliche Abhängigkeit, hauptsächlich hervorgerufen durch gewässerinterne Prozesse und nicht so sehr durch das Abflussgeschehen. Die höchsten Konzentrationen finden sich üblicherweise gegen Ende des Winters (Wintermaximum). Ab dem Frühjahr führen bei steigenden Temperaturen der Abbau des Ammoniums zu Nitrat (Nitrifikation) im Gewässer und der Verbrauch von Ammonium als Nährstoff für die verstärkte pflanzliche Biomassenproduktion rasch zu niedrigeren Gehalten. Konzentrationsspitzen im Verlauf der Vegetationsperiode können nach einer Algenblüte durch das Absterben des Pflanzenmaterials und dessen Abbau hervorgerufen werden.

An zahlreichen Messstellen des Flächenmessnetzes sind in der Messperiode 20013 bis 2015 Überschreitungen der Orientierungswerte für Ammoniumstickstoff festzustellen. Dies ist vor allem in Gebieten mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung und geringen Waldanteilen der Fall. Ein Trend zu geringeren Konzentrationen ist in den vergangenen 10 Jahren nur selten zu beobachten.