Gesamtphosphorbelastung 2015 (FGG Weser)

Gesamtphosphorbelastung 2015
(FGG Weser)

Zeitliche Änderung der Pges-Konzentrationen in der Flussgebietseinheit Weser (FGG Weser)

Zeitliche Änderung der Pges-
Konzentrationen in der Flussgebiets-
einheit Weser (FGG Weser)

Phosphor gelangt diffus (über Abschwemmungen) und punktuell (über Abwassereinleitungen) in die Gewässer. Durch den Verzicht auf phosphathaltige Waschmittel und den Ausbau der Kläranlagen mit P-Eliminierung konnte die Belastung aus punktuellen Quellen seit Anfang der 1990er Jahre nachhaltig reduziert werden. Dadurch ist die Bedeutung der diffusen Quellen (hauptsächlich Oberflächenabfluss von landwirtschaftlichen Nutzflächen) deutlich gestiegen. Es ist aber auch bekannt, dass immer noch nahezu ein Drittel der Phosphorfracht über Kläranlagen und urbane Systeme eingetragen wird, obwohl die kommunale Abwasserrichtlinie 91/271/EWG als umgesetzt gilt.

Der Orientierungswert für den guten ökologischen Zustand bzw. das gute ökologische Potential von Fließgewässern liegt für die Wasserkörper an Werra, Fulda und Weser bei 0,1 mg/l Gesamtphosphor (Pges). Für die Marschgewässer gilt aufgrund ihres natürlicherweise höheren Nährstoffgehaltes ein Orientierungswert von 0,3 mg/l Gesamtphosphor.

Die Darstellung der Gesamtphosphor-Belastung im Längsverlauf im Jahr 2015 zeigt, dass der Orientierungswert von 0,1 mg/l an allen Weser-Messstationen gering bis deutlich überschritten wurde.

An vielen Stationen des Flächenmessnetzes Weser ist in den letzten 10 Jahren nur noch ein langsamer Rückgang der Gesamt-Phosphorkonzentrationen festzustellen, oft stagnieren die Werte. In einigen Bereichen, vor allem im thüringischen Teil des Werraeinzugsgebietes, ist es unter der Zielrichtung der weiteren Gewässerentlastung notwendig, den Anschlussgrad an kommunale Kläranlagen weiter zu erhöhen. Insgesamt sollte allein aufgrund der großen Eutrophierungsprobleme vor allem in den gestauten Bereichen die Phosphoreliminierung in den Kläranlagen weiter optimiert werden, auch wenn dies teilweise über die Anforderungen der Kommunalabwasserrichtlinie hinausgeht.