Vorläufige Bewertung des Hochwasserrisikos in der Flussgebietseinheit Weser

Risikogebiete in der FGG Weser (FGG Weser, 2011)

Risikogebiete in der FGG Weser
(FGG Weser, 2011)

Nach § 73 WHG (Artikel 4 EG-HWRM-RL) war die vorläufige Bewertung auf der Grundlage vorhandener oder leicht abzuleitender Informationen bis Ende 2011 durchzuführen. Sie umfasst die Beschreibung signifikanter Hochwasser der Vergangenheit und deren Auswirkungen, eine Bewertung der potentiellen nachteiligen Folgen künftiger Hochwasserereignisse sowie die Abschätzung des potentiellen Hochwasserrisikos anhand von Signifikanzkriterien der Schutzgüter:

  • Menschliche Gesundheit
  • Umwelt
  • Kulturerbe
  • Wirtschaftlichen Tätigkeiten

Als Ergebnis werden Gewässerstrecken ermittelt, an denen ein potentielles signifikantes Hochwasserrisiko besteht bzw. für wahrscheinlich gehalten wird. Aufgrund regionaler Besonderheiten werden unterschiedliche Signifikanzgrenzen für die jeweiligen Indikatoren verwendet bzw. die aufgeführten Indikatoren nicht überall angewendet. Ein Hochwasserereignis wird als signifikant eingestuft, sobald für eines der aufgeführten Schutzgüter die jeweilige regionalspezifische Signifikanzgrenze überschritten ist. In der Flussgebietseinheit Weser ist diese Bewertung erstmals 2011 erstellt und in einer Broschüre dokumentiert worden. Nach § 73 Abs. 6 WHG wird die Bewertung des Hochwasserrisikos bis zum 22. Dezember 2018 und danach jeweils alle sechs Jahre überprüft und erforderlichenfalls aktualisiert.

Als Grenzlinie zwischen den grundsätzlich zu unterscheidenden Gebieten Binnenland und Küste wurde die binnenlandseitigen Abgrenzungen der Deichverbandgebiete herangezogen. Diese Gebiete umfassen den Bereich, der durch die Seedeiche vor Küstenhochwassern geschützt ist. Im Binnenland werden Gewässer mit einem Einzugsgebiet >10 km² betrachtet, da diese i. d. R. nicht in der Lage sind, Hochwasserabflüsse ohne Ausuferung abführen zu können und an denen insoweit nachteilige Auswirkungen nicht von vornherein ausgeschlossen werden können, insbesondere dann, wenn durch historische Hochwasser besonders signifikante Schäden bereits dokumentiert sind. Im Küstengebiet werden die deichgeschützten Gebiete als Risikogebiete im Sinne der EG-HWRM-RL dargestellt, da hier grundsätzlich ein Hochwasserrisiko durch Sturmfluten besteht.

Nach § 73 bzw. § 74 WHG (Art. 13 EG-HWRM-RL) bestand die Möglichkeit, die Bewertungen der Risikogebiete für die Umsetzung nicht noch einmal durchführen zu müssen. So können

  • nach § 73 Abs. 5 WHG (Art. 13.1 a EG-HWRM-RL) bereits vor dem 22.12.2010 durchgeführte Bewertungen des potentiell signifikanten Hochwasserrisikos verwendet werden, oder
  • nach § 74 Abs. 6 WHG (Art. 13.1 b EG-HWRM-RL) bereits vor dem 22.12.2010 erstellte Hochwassergefahren- und -risikokarten sowie von Hochwasserrisikomanagementplänen Anwendung finden.

Gewässerstrecken mit einem potentiell signifikanten Hochwasserrisiko (Risikogebiete)

Risikogebiete nach Länge der Risikogebiete Anteil der Risikogebiete an der Gesamtlänge*
§ 73 Abs. 2 WHG (Artikel 4 EG-HWRM-RL) 2.370 km 13,2 %
§ 73 Abs. 5 WHG (Artikel 13.1 a EG-HWRM-RL) 390 km 2,1 %
§ 74 Abs. 6 WHG (Artikel 13.1 b EG-HWRM-RL) 200 km 1,1 %
Insgesamt 2.960 km 16,4 %

*Die Gesamtlänge der Fließgewässer mit einem Einzugsgebiet größer als 10 km² beträgt in der FGG Weser etwa 18.000 km nach EG-WRRL