Einstufung chemischer Zustand (FGG Weser)

Einstufung chemischer Zustand
(FGG Weser)

Die Einstufung des chemischen Zustands eines Gewässers erfolgt nach EG-Wasserrahmenrichtlinie anhand einer Liste von Stoffen, die als gefährlich in ihren Umweltauswirkungen erkannt wurden. Diese Stoffe sind in der Liste Prioritäre Stoffe und bestimmte andere Schadstoffe festgelegt. Das Gewässer ist in einem guten Zustand, wenn für diese Stoffe europaweit festgelegte Qualitätsziele, die sogenannten Umweltqualitätsnormen (UQN), eingehalten wurden. Mit der Oberflächengewässerverordnung sind diese UQN in nationales Recht umgesetzt. Die Kennzeichnung des chemischen Zustands erfolgt in gut / nicht gut. Die EU-Kommission überprüft die Liste prioritärer Stoffe mindesten alle vier Jahre.

2013 wurde die sog. "Prioritäre-Stoffe-Richtlinie" überarbeitet. Zu den vormals 33 Substanzen wurden 12 neue hinzuzufügt. Für drei Stoffe wurden die Grenzwerte verschärft. Die neuen Regelungen gelten ab 2018. Eine weitere neue Entwicklung bei der stofflichen Bewertung ist die Einführung des Begriffes "ubiquitärer Stoff". Diese Stoffe, z. B. das Quecksilber, werden ubiquitär in die Gewässer eingetragen und nach dem Prinzip "one out – all out" führt bereits die UQN-Überschreitung eines Schadstoffes dazu, dass der betreffende
Wasserkörper im nicht guten chemischen Zustand ist. So müssten praktisch alle Wasserkörper rot dargestellt werden. Die neue Richtlinie
gibt die Möglichkeit, zusätzliche Karten zum chemischen Zustand zu erstellen. Damit können die Verbesserungen, die für die anderen prio-
ritären Stoffe erreicht worden sind, verdeutlicht werden. Neu sind zudem Vorschriften zur Überwachung von Stoffen der Beobachtungsliste,
um unionsweite Überwachungsdaten zum Zweck der Unterstützung zukünftiger Priorisierungsverfahren zu sammeln.

Mit der neuen Oberflächengewässerverordnung wurden die neuen EU-rechtlichen Bestimmungen in deutsches Recht umgesetzt.