Langjährige und aktuelle Chloridbelastung in Gerstungen (Stand Mai 2017) (FGG Weser)

Langjährige und aktuelle Chloridbelastung
in Gerstungen (Mai 2017)
(FGG Weser)

Chlorid in Gerstungen 2015 (FGG Weser)

Chlorid in Gerstungen 2015 (FGG Weser)

Magnesium in Gerstungen 2015 (FGG Weser)

Magnesium in Gerstungen 2015
(FGG Weser)

Kalium in Gerstungen 2015 (FGG Weser)

Kalium in Gerstungen 2015 (FGG Weser)

Seit mehr als 100 Jahren wird im Wesereinzugsgebiet Salz industriell abgebaut. Dabei fallen große Mengen an Abfallsalzen und Salzabwasser an. Das Salzabwasser wurde lange Zeit vollständig in die Werra und andere Gewässer eingeleitet bzw. in den Untergrund versenkt. Die Salzbelastung von Werra und Weser hatte ihren Höhepunkt vor allem vor der deutschen Wiedervereinigung in den Jahren 1970 bis 1990. In dieser Zeit stiegen die Salzkonzentrationen in der Werra zeitweilig auf über 40.000 mg/l Chlorid. In den letzten Jahren ist es zu einer erheblichen Reduzierung des Salzabwasseranfalls und zu einer damit verbundenen Entlastung für die Grundwasser- und Oberflächenwasserkörper gekommen. Aber immer noch beeinträchtigen die hohen Konzentrationen der Salzionen, nicht nur Chlorid, sondern auch Kalium und Magnesium, die Gewässerflora und -fauna erheblich. Derzeit wird von der FGG Weser für Chlorid ein Richtwert von 300 mg Cl/l herangezogen, für Kalium und Magnesium von 20 mg K/l bzw. 30 mg Mg/l (jeweils als 90-Perzentile). So verfehlen aufgrund der Salzbelastung zahlreiche Wasserkörper in der Flussgebietseinheit Weser den guten Zustand bzw. das gute ökologische Potential nach EG-WRRL. Die Reduzierung der Salzbelastung in Werra und Weser wird daher in der Flussgebietseinheit Weser als eine wichtige Frage der Gewässerbewirtschaftung gesehen.

Ein Überblick über die Chloridbelastung (90-Perzentile über 3-Jahres-Zeiträume) der vergangenen Jahre in der gesamten Flussgebietseinheit Weser zeigt deutlich die Schwerpunkte an Werra und Oberweser. Die Auswirkungen der Salzbelastung sind trotz fortschreitender Verdünnung im Flussverlauf fast bis zum Ende der Mittelweser zu erkennen. Der inzwischen in der Oberflächengewässerverordnung 2016 festgelegte Orientierungswert für Chlorid von 200 mg/l (als Jahresmittelwert) führt zu einer ähnlichen Darstellung der Belastung.