Tigerflohkrebs (Gammarus tigrinus) als Art der Wirbellosenfauna (Foto: Jürgen Bäthe)

Tigerflohkrebs (Gammarus tigrinus) als
Art der Wirbellosenfauna
(Foto: Jürgen Bäthe)

Phytoplankton (Foto: Jürgen Bäthe)

Phytoplankton (Foto: Jürgen Bäthe)

Die bei der Bewertung des ökologischen Zustands betrachteten biologischen Qualitätskomponenten umfassen die benthische Wirbellosenfauna, die Fischfauna, die Wasserpflanzen mit den Teilkomponenten Makrophyten und Phytobenthos sowie das Phytoplankton. Für die Übergangs- und Küstengewässer werden zusätzlich Großalgen oder Angiospermen für die Bewertung herangezogen. Der Einfluss von Störgrößen wird an der Artenzusammensetzung, an der Artenhäufigkeit, bei der Fischfauna zusätzlich an der Altersstruktur und beim Phytoplankton zusätzlich an der Biomasse abgelesen. Für die Überblicksüberwachung sind alle für den jeweiligen Gewässertyp geeigneten biologischen Qualitätskomponenten zu betrachten. Für die operative Überwachung erfolgt eine Auswahl derjenigen biologischen Qualitätskomponenten, die die Belastungssituation am besten wiederspiegeln.

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die biologischen Qualitätskomponenten, die als Indikatoren besonders sensitiv für spezifische Belastungen gelten (nach LAWA, 2012).

Belastung
Biologische Qualitätskomponente / Teilkomponente
Hydromorphologie Benthische Wirbellosenfauna und Fischfauna
Durchgängigkeit Fischfauna
Diffuse Einträge (Trophie, Landnutzung) Makrophyten & Phytobenthos oder Phytoplankton*
Punktuelle Einträge (Saprobie) Benthische Wirbellosenfauna
Wasserhaushalt Benthische Wirbellosenfauna und Fischfauna
Versauerung Benthische Wirbellosenfauna oder Diatomeen
Versalzung Diatomeen
Verockerung  Benthische Wirbellosenfauna
Integrierend (mehrere Belastungen)  Benthische Wirbellosenfauna

*) Nur bei planktonführenden Gewässern von Relevanz.

Die Fischfauna und hierbei insbesondere die Wanderfischarten haben für die Gewässerbewirtschaftung eine besondere Relevanz, da sie zum Teil auf eine weiträumige Vernetzung von Lebensräumen angewiesen sind. Zur Erreichung des guten ökologischen Zustands ist deshalb neben einer guten Wasserqualität und geeigneter Lebensräume auch die Durchgängigkeit der Fließgewässer von grundlegender Bedeutung.