Binnenschifffahrt (FGG Weser)

Binnenschifffahrt (FGG Weser)

Öffentliche Wasserversorgung

Insgesamt werden in der Flussgebietseinheit Weser jährlich 570 Mio. m³ Wasser zur öffentlichen Wasserversorgung dem Wasserkreislauf, ganz überwiegend in Form von Grundwasser, entnommen. Ca. 9,1 Mio. Einwohner werden mit Trinkwasser versorgt.

 

Abwasserentsorgung

Jährlich werden in der Flussgebietseinheit Weser ca. 981 Mio. m³ Abwasser von kommunalen Kläranlagen und etwa 100 Mio. m³ aus dem produzierenden Gewerbe sowie 0,5 Mio. m³ aus dem Dienstleistungsbereich nach einer Behandlung in einer Betriebskläranlage direkt in die Gewässer eingeleitet. Für Kühlzwecke in Wärmekraftwerken sowie Industriebtrieben werden 4,8 Mrd. m³ Wasser eingesetzt. Die Anschlussgrade an kommunale Kläranlagen sind in den Ländern der Flussgebietsgemeinschaft unterschiedlich hoch. Während sie in den neuen Bundesländern 63 bzw. 92 % betragen, erreichen die Werte in den alten Bundesländern über 96 %.

 

Landwirtschaft

In der Flussgebietseinheit Weser werden ca. 2,2 Mio. ha Fläche (47 % der Bodenfläche) landwirtschaftlich genutzt. Den größten Anteil daran hat Ackerland mit 71 % der Fläche, gefolgt von Grünland mit 28 % der Fläche. In 2009 wurden 5 % der landwirtschaftlichen Flächen künstlich beregnet mit einer verbrauchten Wassermenge von 86 Mio. m³. Die Bruttowertschöpfung der Land- und Forstwirtschaft betrug ca. 2,2 Mrd. €.

 

Industrie einschließlich Energieerzeugung

Für die Industrie spielt der Trinkwasserbezug über die öffentliche Wasserversorgung nur eine untergeordnete Rolle, da ein hoher Eigenversorgungsgrad mit Brauchwasser besteht. Die Wasserentnahme im produzierenden Gewerbe (einschließlich Kühlwasser) betrug in 2009 etwa 5 Mrd. m³. Das Energiepotential der zum Zweck der Nutzung als Schifffahrtsstraße und der Landeskultur staugeregelten Weser wird zur Wasserkrafterzeugung genutzt und erreicht einen Anteil von ca. 0,4 % der Gesamtstromerzeugung im Wesereinzugsgebiet. Die an Ober- und Mittelweser in den Wasserkraftwerken Hameln, Petershagen, Schlüsselburg, Landesbergen, Dörverden und Langwedel installierte Leistung beträgt ca. 32,2 MW. An der Staustufe Hemelingen (Unterweser) hat 2012 eine neu errichtete Wasserkraftanlage mit 10 MW den regulären Betrieb aufgenommen. Hinzu kommt eine große Anzahl von kleinen und mittleren Wasserkraftanlagen in den Zuläufen der Weser.

 

Bergbau

Der Bergbau spielt in der Flussgebietseinheit Weser hinsichtlich der genutzten Wassermenge nur eine untergeordnete Rolle. Der Erzbergbau im Harz ist bereits im vergangenen Jahrhundert beendet worden. Durch den Kalibergbau fallen jedoch weiterhin erhebliche Salzabwassermengen an, die in Oberflächengewässer und Grundwasser eingeleitet werden (etwa 7 Millionen m³ in 2015).

 

Schifffahrt

In Deutschland werden über die Bundeswasserstraßen jährlich Gütermengen von etwa 230 Mio. Tonnen transportiert, mit einer Transportleistung von 62 Milliarden Tonnen-Kilometer. Dies entspricht 6 % nach Tonnage und 10 % nach Tonnen-Kilometern am Güterverkehrsaufkommen in Deutschland. Etwa 1.490 km beträgt die Gesamtlänge der Bundeswasserstraßen in der Flussgebietseinheit Weser, davon umfassen die Seeschifffahrtsstraßen ca. 290 km Länge. In den Häfen entlang der Weser wurden im Jahr 2011 insgesamt 13,9 Mio. Tonnen an Gütern umgeschlagen, in den Häfen des Mittellandkanals insgesamt 16,4 Mio. Tonnen.