Gesamtstrategie Wanderfische (FGG Weser, 2009)Die erfolgreiche Erhaltung und Entwicklung von Wanderfischbeständen in der Flussgebietseinheit Weser erfordert eine Gesamtbetrachtung der einzelnen Komponenten wie Wanderrouten und ihre Durchgängigkeit oder Laich- und Aufwuchsgewässer und ihre Erreichbarkeit. Schon Ende der 1990er Jahre wurden die vorhandenen Fischtreppen an den acht großen Stauanlagen der Weser zwischen Hameln und Bremen-Hemelingen erstmals systematisch untersucht (ARGE Weser, 1998a). Im selben Zeitraum folgten Untersuchungen potentieller Laichareale in den Einzugsgebieten der Oberweser, Aller, Ochtum, Hache, Wümme und Geeste sowie in einem zweiten Schritt an der Werra, Fulda und weiteren Gewässern im Gebiet der Ober- und Mittelweser (ARGE Weser, 1998b). Diesen Überlegungen folgend wurde dann eine Gesamtstrategie "Wanderfische in der Flussgebietseinheit Weser" entwickelt (FGG Weser, 2009).

Die Potentialanalyse für Wanderfische und die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen ermöglichen es, ökologische Anforderungen an die Maßnahmen zur Verbesserung der Durchgängigkeit als auch zur Entwicklung der potenziell geeigneten Laich- und Aufwuchsgewässer zu formulieren und Maßnahmenvorschläge zu priorisieren.

Für die überregional bedeutenden Wanderrouten Weser, untere Werra und untere Fulda wurde im Rahmen der Umsetzungsstrategie für jeden einzelnen Standort eine zeitliche und räumliche Priorisierung zur Verbesserung des Fischauf- und Abstiegs entwickelt und mit einer Kostenschätzung versehen. Hierbei wurden die länderübergreifend abgestimmten fischökologischen Anforderungen beachtet. Außerdem wurden die einzelnen Standorte im Hinblick auf ihre fischökologische Bedeutung für das Einzugsgebiet der Weser bewertet. Aufgrund dieser Überlegungen konnte eine Auswahl von Maßnahmen für den Fischaufstieg und den Fischabstieg getroffen werden.

Die hier vorgestellte Gesamtstrategie "Wanderfische in der Flussgebietseinheit Weser" wird als länderübergreifend abgestimmte Empfehlung für die Konkretisierung des überregionalen Handlungsfeldes "Durchgängigkeit und Wanderfische" gesehen. Sie schafft dabei einen Rahmen für regionale Länderprojekte zur Verbesserung der Durchgängigkeit.