Wassertemperaturen Vergleich

Wassertemperaturen in Hemelingen
(FGG Weser)

Wassertemperaturen Tagesmittel

Wassertemperaturen (Tagesmittelwerte)
2021 (FGG Weser)

Die Temperatur beeinflusst nahezu alle physikalischen, chemischen und biologischen Vorgänge im Gewässer. Organismen können Temperaturschwankungen nur innerhalb eines bestimmten Bereiches tolerieren.

Natürlicherweise ist die Temperatur im Fließgewässer abhängig von der Sonneneinstrahlung und den meteorologischen Einflüssen. Kühlwassereinleitungen von Kraftwerken und Industriebetrieben, mangelnde Beschattung durch fehlende Ufervegetation sowie herabgesetzte Fließgeschwindigkeiten in den Stauhaltungen sind jedoch oft die Ursachen für erhöhte Wassertemperaturen.

Die Jahresgänge der Wassertemperaturen der an der Mittelweser gelegenen Messstationen Porta und Hemelingen zeigen die typische Abhängigkeit eines sommerwarmen Fließgewässers von den vorherrschenden Witterungseinflüssen. Das Jahr 2021 war mit einer mittleren Lufttemperatur von 9,1 °C insgesamt durchschnittlich, aber mit außergewöhnlichen Wetterextremen. Sehr strenger Frost im Februar, ein ungewöhnlich kalter April und eine Hitzewelle im Juni. Die Wassertemperaturen bewegten sich aber stets unterhalb des im Wärmelastplan Weser (1974) festgeschriebenen Maximalwertes für Ober- und Mittelweser von 28 °C.

Die Durchschnittstemperatur lag im Jahr 2021 mit 9,1 Grad Celsius (°C) um 0,9 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. 2021 war damit das elfte zu warme Jahr in Folge. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung -0,2 Grad. Große Temperaturgegensätze prägten die ersten Monate des Jahres. So traten häufig polare Luftmassen mit teils frühlingshaften Temperaturen in den Wettstreit. Strenger Frost brachte in der Mitte des Landes im Februar lokal neue Temperaturrekorde. So übermittelte Mühlhausen, 40 km nordwestlich von Erfurt, am Morgen des 10.2. mit -26,7 °C nicht nur einen neuen Stationsrekord, sondern meldete gleichzeitig den tiefsten Jahreswert deutschlandweit. Der Versuch bereits Ende März in den Sommer zu starten missglückte mit dem folgenden kältesten April seit 40 Jahren. Dafür drehte aber der Juni temperaturmäßig auf und wurde der Drittwärmste nach 2019 und 2003. Eine Hitzewelle ließ die Höchstwerte zwischen dem 17. und 20.6. an etlichen DWD-Stationen auf über 35 °C steigen. Berlin-Tempelhof und die etwa 50 km südlich gelegene Station Baruth meldeten am 19.6. mit 36,6 °C den deutschlandweiten Höchstwert im Jahr 2021. Nach strengen Weihnachtsfrösten im Norden verabschiedete sich das Jahr mit teils frühlingshaften Temperaturen.